Ärzte fordern schnelle Umsetzung der Heilmittel-Richtlinien 25.03.2011
eingestellt von Dr. Hubertus Koenen
Die Ärztevertreter richten sich an das Bundesgesundheitsministerium, das den Beschluss des G-BA seit Januar rechtlich prüft. Solange das nicht abgeschlossen ist, liegt die Heilmittel-Richtlinie auf Eis. „Die derzeitige Verzögerung geschieht sowohl auf dem Rücken der Patienten, die Heilmittel im Zweifel nicht verschrieben bekommen können, wie auch zu Lasten der Ärzte, die der Regressgefahr rückhaltlos ausgesetzt sind“, kritisieren der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Dirk Heinrich, sowie der Vorsitzende der Landesgruppe Saarland, Dr. Nikolaus Rauber.
Bislang weigerten sich die Krankenkassen, im Vorfeld einer Therapie, Heilmittel-Verordnungen zuzustimmen. „Wir erleben eine paradoxe Situation: Die Kassen stehlen sich zunächst aus der Verantwortung, nur um später bei einer möglichen Überschreitung des Richtgrößenvolumens den Arzt zur Kasse zu bitten“, hebt Heinrich hervor. Ärzte bräuchten für die notwendige Behandlung schwerkranker Patienten endlich Sicherheit. „Dies geht nur mit einer festen Kostenzusage seitens der Krankenkassen, wie sie der G-BA beschlossen hat“, appelliert Rauber.
Der Beschluss des G-BA sieht vor, dass Menschen mit schwerwiegenden Behinderungen und chronischen Erkrankungen der Zugang zu Heilmitteln wie Physio- oder Ergotherapien erleichtert wird. Ärzte von betroffenen Patienten können zukünftig eine langfristige Genehmigung zur Heilmittelverordnung erhalten. Voraussetzung ist eine einmalige Statusfeststellung, die mindestens ein Jahr gültig ist.
(Aus Univadis)